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LIEBE LESERINEN UND LESER

China ist Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 2009 - und das ist  nicht ohne Brisanz. Denn China spielt wirtschaftlich in der ersten Liga - doch wenn es zum Beispiel um das Thema Menschenrechte und Pressefreiheit geht, ist China ein Entwicklungsland. Der "Treffpunkt China 2009" hat das Land der aufgehenden Sonne von allen Seiten betrachtet und zeigt, wie vielseitig es ist.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen! Ihre "Treffpunkt China 2009" Redaktion

 

 

LogoChina will sich dem Westen öffnen und sieht die Buchmesse vom 14. bis zum 18. Oktober als Chance. Schon jetzt haben etliche chinesische Autoren in ganz Deutschland gelesen, darunter auch einige Exil- Literaten und Autoren unterdrückter Minderheiten. Gerade mit dem deutschen Literaturbetrieb bemüht sich China um den Schulterschluss – zum Beispiel mit einer Übersetzungsförderung ins Deutsche in Höhe von rund 500.000 Euro. Während sich chinesische Autoren auch in der klassischen Belletristik langsam, aber sicher im deutschen Buchhandel etabliert haben, tun sich deutsche Autoren mit Ausnahme einiger erfolgreicher Kinderbücher auf dem chinesischen Markt eher schwer.


STAATLICHE VERLAGE

Dieser weist völlig andere Strukturen auf als der hiesige Literaturbetrieb. Die Regierung finanziert 570 staatliche Verlage, Privatverlage leben meist von Nischengeschäften und haben nur einen halb legalen Status. Erschwerend kommt hinzu, dass in China alle Bücher eine Lizenznummer brauchen, um veröffentlicht zu werden – ähnlich der ISBN. Doch diese Lizenznummern vergeben die staatlichen Verlage und die privaten Verleger müssen Titel und Inhaltsangaben bei der Buchbehörde genehmigen lassen. Bei sensibleren Themen wie Politik, Religion oder jüngerer Geschichte wird das ganze Manuskript von einer „kritischen Lesergruppe“ aus verlässlichen Kadern studiert. Verlage, die zu viele unangenehme Bücher einreichen, bekommen im nächsten Jahr weniger Lizenznummern.

 

UMDENKEN AUF DEM BUCHMARKT

Doch auch im Lizenzbereich verspricht China zur Buchmesse umzudenken: Die General Administration of Press and Publication (GAPP), die höchste Instanz für Veröffentlichungen in China, hat einen knapp 6 Milliarden Euro schweren Publishing Fund eingerichtet, mit dem das Lizenzsystem für die privaten Verlage erleichtert werden soll. Damit werden wohl auch mehr ausländische Titel den chinesischen Markt erobern können – und in den chinesischen Buchhandlungen werden in Zukunft mehr deutsche Autoren in den Regalen stehen.

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